Zinstal - Sollte man jetzt Immobilen kaufen?
Wenn Sie es sich leisten können, kaufen sie jetzt ein Haus. Das ist sicher und die Zinsen sind günstig wie nie zuvor. Solche Sätze hört man heutzutage immer öfter. Aber ist es wirklich gut, in einer wirtschaftlich unsicheren Phase eine Immobilie zu erwerben? Und ist Baugeld wirklich so billig, wie allenthalben behauptet wird?
Die Zinsen sind zwar nicht mehr ganz so gering wie im September des Jahres 2008, als man Kredite mit zehnjähriger Laufzeit für unter 4 Prozent bekam, was einem historischen Tief entsprach. Aber Baugeld ist tatsächlich immer noch sehr günstig.
So bietet die Sparkasse Mainz etwa für einen 200.000 Euro-Kredit über 10 Jahre 4,1% Zinsen. Für 100.000 Euro wird immerhin noch ein Zinssatz von 4,2% geboten. Die Spardabank Südwest offeriert Ihren Kunden moderate 4,25%.
Zinsgefälle Stadt-Land
Die Commerzbank unterscheidet in Rheinland-Pfalz zwischen Stadt und Land, ein Beispiel, das Schule machen könnte. Häuser auf dem Land seien im Falle säumiger Tilgungsraten schlechter zu verkaufen. Für Häuser in Kaiserslautern gibt es deshalb 200.000 Euro für 4,25%, während man für Immobilien in ländlichen Gegenden für denselben Kredit 4,35% bezahlen muss.
Als Folge dieser günstigen Angebote werden laut Aussagen aller Banken in diesem Jahr extrem viele Baufinanzierungen abschlossen.
Günstige Kredite für die Haussanierung
Aber auch wer sanieren möchte, sollte es möglichst in diesen Zeiten tun. Denn auch kleinere Kredite, zum Beispiel für eine neue Heizung oder ein neues Dach, sind verhältnismäßig günstig. Die Sparda verlangt für Darlehen von 10.000 Euro 4,75%. Bei der Commerzbank ist so ein Kredit allerdings wesentlich teurer, weil das Institut ihn als normalen Konsumkredit wertet. Es fordert daher satte 7,6% Zinsen. Nur langjährige Kunden haben hier noch einen gewissen Verhandlungsspielraum.
Kleiner Kredit: höhere Zinsen - Hoher Kredit: niedrigere Zinsen
Grundsätzlich gilt: Kleiner Kredit, höhere Zinsen, großer Kredit geringere Zinsen. Aber das hat eigentlich nicht direkt mit der ausgezahlten Summe zu tun. Vielmehr ist es so, dass Kredite für Wohnungen oder Häuser insofern sicherer sind, als dass eine Grundschuld ins Grundbuch eingetragen wird, die Banken also im Zweifelsfall die Immobilie als Sicherheit haben. Bei kleineren Krediten und reinen Konsumkrediten ist das Risiko daher höher, was sich die Banken natürlich bezahlen lassen.
Höhere Zinsen bei unsicheren Lebensumständen
Aber was ist mit bauwilligen Menschen mit unsicherem Job? Sollten auch sie das Wagnis Hauskauf eingehen? Möglich ist's. Aber auch teurer. Denn die Kreditinstitute stufen diesen Personenkreis entweder in eine höhere Risikoklasse ein und nehmen höhere Zinsen. Oder sie verlangen bestimmte Versicherungen. Die Sparda kooperiert z. B. mit einer Versicherung, die eine Absicherung gegen Arbeitslosigkeit anbietet. Darüber wird dann im Fall der Fälle ein Teil des Lohns gezahlt. Dafür bieten manche Banken aber auch an, im Fall der Fälle die Tilgungsraten bis zu zwölf Monate zu stunden.
Vollfinanzierung: Worauf legt eine Bank wert?
Viele Banken bieten auch eine 100%-Finanzierung (Vollfinanzierung) an. Aber nur, wenn der Kunde eine absolut hervorragende Bonität vorweisen kann: ein sehr gutes Einkommen und/oder einen absolut sicheren Arbeitsplatz. Ansonsten gilt nach wie vor: 20% Eigenkapital sollte man schon mitbringen, wenn man ein eigenes Häusle bauen oder kaufen möchte.
Autor: Geldmagazin24.de
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